Montag, 23. April 2012
Autorentreffen Lüge - Selbstlüge
Am Samstag, 28. April, 15 Uhr, steigt unser nächstes Treffen. Das Motto lautet "Lüge - Selbstlüge". Zu diesem Thema fällt sicher jedem etwas ein, ob Story oder Gedicht.
Wer mitmachen will, ist willkommen. Wir treffen uns bei einem Club-Mitglied in Bad Nauheim. Bitte Anmeldung unter Telefon 0177/7051825.
Roland Kellner
Gebissenswitze
Ich bin doch ehrlich, selbst noch dann,
wenn ich so gerne lügen würde,
nur hab ich Gewissen dann,
was ungelogen eine Hürde,
ist, wenn man nicht ehrlich sagt,
was man dann doch nicht meint.
So sehr das Wort ins Jenseits ragt,
hab diesseits ich's verneint.
Samstag, 4. Februar 2012
Das Fremde vor der Tür
Sabine Mück
Seit Stunden tobte schon der Sturm und ließ sie immer wieder aus ihrem unruhigen Sofaschlaf aufschrecken. Die Regentonne im Garten war längst übergelaufen und nun sickerte das Wasser in die Terrassenplatten und sie machte sich Gedanken, ob Sand und Kies aufgefüllt werden müssten, damit die Gartenstühle nicht schräg stehen würden im Sommer, wenn das Haus überfüllt war mit Familie und Freunden, mit Nachbarn und Gästen, die immer kurzfristig und unangemeldet einfielen und manchmal Stunden, häufig auch Tage blieben.
Ihre Mutter würde die Augen verdrehen und dann schweigend ein Gedeck mehr auflegen, das Gästezimmer herrichten und abends selbstgemachten Holunderwein einschenken, während die Kinder in ihren Betten lagen und das Lachen der Erwachsenen hörten, ihren Geschichten lauschten und darauf hofften, im nächsten Sommer länger aufbleiben zu dürfen.
Heute war kein warmer Sommertag. es war stürmisch, dunkel, der Vater hatte den Kamin nicht angemacht und langsam kroch die Kälte auf das Sofa und unter die Decke, unter das Nachthemd. Vielleicht hatte die Mutter einen Kakao zubereitet, der dampfend in der Küche auf sie wartete?
Sie stand auf, wickelte die Decke um sich und schlich barfuß durch die Wohnung. Unheimliche Schatten malten Drachen an die Wände, ließen sie hastig weggucken und schneller gehen. Die Haustür war verschlossen, daneben die Garderobe, an der nur ihre helle Jacke hing, ganz einsam und vorwurfsvoll. Hatte sie verschlafen? Wo waren denn alle? War heute Sonntag und die Familie war zum Besuch der Kirche aufgebrochen, hatte sie vergessen? Aber das erschien ihr unwahrscheinlich, der Vater legte großen Wert auf vollzähliges Erscheinen der Familiwe, ausnahmslos.Er hätte sie wachgerüttelt, ihr schweigend das Gesangbuch gereicht und so unmissverständlich zu erkennen gegeben, was er von Langschläfern und Tagträumern hielt.
Und wenn sich ihre Augen dann mit Tränen der Beschämung füllten, hätte er ihr kurz über das Haar gestrichen, ganz kurz nur, als würde er befürchten, die anderen könnten diesen Moment der väterlichen Schwäche sehen. Sie seufzte in Gedanken an ihre Eltern und schloss die Augen. Bitte bitte bitte... Kommt... Lasst micht alleine hier... habt mich bitte nicht vergessen... bitte.
Ein lautes Geräusch an der Haustür ließ sie zusammenzucken. Ein Schlag gegen das Holz, noch einer... Stimmen, unbekannte Stimmen. Worte, zusammenhanglos, nicht für sie bestimmt. Sie fröstelte vor Angst und Unbehagen. Es mussten Einbrecher sein, die annahmen, das Haus wäre verlassen und sie hätten ungestörten Zugang. Dabei gab es hier nichts zu holen, außer vielleicht ein bisschen Silberbesteck, welches ungeputzt und unbeachtet seit Jahren in der hintersten Ecke des Wohnzimmerschranks lag, verpackt in ein blaues samtiges Tuch, in Erwartung einer zufälligen Wiederentdeckung, Wiederbelebung...
Die Klinke wurde runtergedrückt und sofort öffnete sich die Haustür. Eine Gestalt, gleißend hell, schob sich durch den Spalt in den Flur. "Frau Berger?" Eine weibliche, junge Stimme... unbekannt. Die Worte wurden wiederholt, fremd... fremd wer ist Frau Berger? Das Deckenlicht flammt auf. Die Person zu der Stimme zuckt zusammen und bleibt erschrocken stehen. "Da sind Sie ja... wir haben doch heute gemeinsames Singen, das haben Sie wohl vergessen? Die anderen warten schon im Gemeinschaftsraum..."
Copyright 2012 by Sabine Mück und Stories in Aspik
Seit Stunden tobte schon der Sturm und ließ sie immer wieder aus ihrem unruhigen Sofaschlaf aufschrecken. Die Regentonne im Garten war längst übergelaufen und nun sickerte das Wasser in die Terrassenplatten und sie machte sich Gedanken, ob Sand und Kies aufgefüllt werden müssten, damit die Gartenstühle nicht schräg stehen würden im Sommer, wenn das Haus überfüllt war mit Familie und Freunden, mit Nachbarn und Gästen, die immer kurzfristig und unangemeldet einfielen und manchmal Stunden, häufig auch Tage blieben.
Ihre Mutter würde die Augen verdrehen und dann schweigend ein Gedeck mehr auflegen, das Gästezimmer herrichten und abends selbstgemachten Holunderwein einschenken, während die Kinder in ihren Betten lagen und das Lachen der Erwachsenen hörten, ihren Geschichten lauschten und darauf hofften, im nächsten Sommer länger aufbleiben zu dürfen.
Heute war kein warmer Sommertag. es war stürmisch, dunkel, der Vater hatte den Kamin nicht angemacht und langsam kroch die Kälte auf das Sofa und unter die Decke, unter das Nachthemd. Vielleicht hatte die Mutter einen Kakao zubereitet, der dampfend in der Küche auf sie wartete?
Sie stand auf, wickelte die Decke um sich und schlich barfuß durch die Wohnung. Unheimliche Schatten malten Drachen an die Wände, ließen sie hastig weggucken und schneller gehen. Die Haustür war verschlossen, daneben die Garderobe, an der nur ihre helle Jacke hing, ganz einsam und vorwurfsvoll. Hatte sie verschlafen? Wo waren denn alle? War heute Sonntag und die Familie war zum Besuch der Kirche aufgebrochen, hatte sie vergessen? Aber das erschien ihr unwahrscheinlich, der Vater legte großen Wert auf vollzähliges Erscheinen der Familiwe, ausnahmslos.Er hätte sie wachgerüttelt, ihr schweigend das Gesangbuch gereicht und so unmissverständlich zu erkennen gegeben, was er von Langschläfern und Tagträumern hielt.
Und wenn sich ihre Augen dann mit Tränen der Beschämung füllten, hätte er ihr kurz über das Haar gestrichen, ganz kurz nur, als würde er befürchten, die anderen könnten diesen Moment der väterlichen Schwäche sehen. Sie seufzte in Gedanken an ihre Eltern und schloss die Augen. Bitte bitte bitte... Kommt... Lasst micht alleine hier... habt mich bitte nicht vergessen... bitte.
Ein lautes Geräusch an der Haustür ließ sie zusammenzucken. Ein Schlag gegen das Holz, noch einer... Stimmen, unbekannte Stimmen. Worte, zusammenhanglos, nicht für sie bestimmt. Sie fröstelte vor Angst und Unbehagen. Es mussten Einbrecher sein, die annahmen, das Haus wäre verlassen und sie hätten ungestörten Zugang. Dabei gab es hier nichts zu holen, außer vielleicht ein bisschen Silberbesteck, welches ungeputzt und unbeachtet seit Jahren in der hintersten Ecke des Wohnzimmerschranks lag, verpackt in ein blaues samtiges Tuch, in Erwartung einer zufälligen Wiederentdeckung, Wiederbelebung...
Die Klinke wurde runtergedrückt und sofort öffnete sich die Haustür. Eine Gestalt, gleißend hell, schob sich durch den Spalt in den Flur. "Frau Berger?" Eine weibliche, junge Stimme... unbekannt. Die Worte wurden wiederholt, fremd... fremd wer ist Frau Berger? Das Deckenlicht flammt auf. Die Person zu der Stimme zuckt zusammen und bleibt erschrocken stehen. "Da sind Sie ja... wir haben doch heute gemeinsames Singen, das haben Sie wohl vergessen? Die anderen warten schon im Gemeinschaftsraum..."
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Montag, 26. Dezember 2011
Das Fremde vor der Tür
Unsere nächste Zusammenkunft ist am Samstag, 28.01.12 (15 Uhr). Thema ist "Das Fremde vor der Tür".
Es können Kurzgeschichten und Gedichte geliefert werden, die wir vorlesen und diskutieren. Wir treffen uns in Nieder-Mörlen. Wer mitmachen will, ist willkommen. Anmeldung unter 0177/7051825.
Es können Kurzgeschichten und Gedichte geliefert werden, die wir vorlesen und diskutieren. Wir treffen uns in Nieder-Mörlen. Wer mitmachen will, ist willkommen. Anmeldung unter 0177/7051825.
Samstag, 24. Dezember 2011
Montag, 19. Dezember 2011
Weihnachtsessen Freitag, 16.12.11
Samstag, 17. Dezember 2011
Am Ende
Michael Neid hat seinen Roman abgeschlossen. Wir haben uns darüber unterhalten.
Petra Ihm-Fahle: Gratuliere, Du hast Deinen Roman fertig gestellt. Bist Du sicher?
Michael Neid: Ein Roman ist niemals fertig. Man muss nur irgendwann den Punkt erreichen, wo man aufhört zu verbessern - und sagen: Es ist jetzt gut so.
PIF: Wie lautet der Titel?
MN: "Dreck, Blut und Gewalt." Ich hatte einen Dreiteiler geplant, aber es sind faktisch nur zwei Teile.
PIF: Worum dreht sich die Handlung?
MN: Es geht um einen Mann, der sich als Sozialhilfeempfänger, Krimineller, letztlich als Landwirt durch den Weltuntergang schlägt.
PIF: Wie lange hast Du daran gearbeitet?
MN: Drei Jahre. Ich habe jede Passage drei- bis fünfmal neu geschrieben.
PIF: Haben andere ihn schon gelesen? Wenn ja, wie war die Resonanz?
MN: Ich hatte die ganze Zeit Testleser. Freunde beurteilen einen selten schlecht. Die Resonanz war auch bei kritischen Freunden gut. Drei Personen fanden den Roman zu brutal.
PIF: Warst du je an einem Punkt, wo du mit dem Schreiben nicht mehr weiterwusstest?
MN: Nur für höchstens ein, zwei Tage.
PIF: Was für ein Gefühl ist es, fertig zu sein?
MN: Ein völlig neutrales Gefühl. Ich frage mich, was ich als nächstes schreibe.
PIF: Wie geht es weiter?
MN: Ich drucke ihn aus, lese ihn noch mal in Papierform, verbessere. Dann erhält ihn ein größerer Kreis von Testlesern, beispielsweise der Wetterauer Autorenclub. Im Frühjahr beginne ich mit dem Einsenden bei Verlagen.
Petra Ihm-Fahle: Gratuliere, Du hast Deinen Roman fertig gestellt. Bist Du sicher?
Michael Neid: Ein Roman ist niemals fertig. Man muss nur irgendwann den Punkt erreichen, wo man aufhört zu verbessern - und sagen: Es ist jetzt gut so.
PIF: Wie lautet der Titel?
MN: "Dreck, Blut und Gewalt." Ich hatte einen Dreiteiler geplant, aber es sind faktisch nur zwei Teile.
PIF: Worum dreht sich die Handlung?
MN: Es geht um einen Mann, der sich als Sozialhilfeempfänger, Krimineller, letztlich als Landwirt durch den Weltuntergang schlägt.
PIF: Wie lange hast Du daran gearbeitet?
MN: Drei Jahre. Ich habe jede Passage drei- bis fünfmal neu geschrieben.
PIF: Haben andere ihn schon gelesen? Wenn ja, wie war die Resonanz?
MN: Ich hatte die ganze Zeit Testleser. Freunde beurteilen einen selten schlecht. Die Resonanz war auch bei kritischen Freunden gut. Drei Personen fanden den Roman zu brutal.
PIF: Warst du je an einem Punkt, wo du mit dem Schreiben nicht mehr weiterwusstest?
MN: Nur für höchstens ein, zwei Tage.
PIF: Was für ein Gefühl ist es, fertig zu sein?
MN: Ein völlig neutrales Gefühl. Ich frage mich, was ich als nächstes schreibe.
PIF: Wie geht es weiter?
MN: Ich drucke ihn aus, lese ihn noch mal in Papierform, verbessere. Dann erhält ihn ein größerer Kreis von Testlesern, beispielsweise der Wetterauer Autorenclub. Im Frühjahr beginne ich mit dem Einsenden bei Verlagen.
Montag, 12. Dezember 2011
Knusper-Knusper-Stäbchen
Am Freitag, 16.12. steigt unser Weihnachtsessen. Ort ist das China-Restaurant Jade. Wir wichteln - diesmal kein Schrottwichteln, die Geschenke dürfen circa 10 Euro kosten.
Beginn: 19 Uhr.
Beginn: 19 Uhr.
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